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Dr. Martin Arno Hasper


Lebenslauf:

s. unter "Selbstzeugnis"

Nachrufe

Leutnant der Reserve Hasper wird in der Geschichte des Regiments einen Ehrenplatz einnehmen. Gab schon seine Tüchtigkeit und sein persönlicher Mut Veranlassung zur Verleihung des eisernem Kreuzes, so ist sein Patrouillengang eine ganz besondere anerkennenswerte Tat, die besondere Erwähnung in der Geschichte des Regimentes finden wird, das Regiment hat einen seiner Besten verloren.
Offizierkorps des 97 I - R

Er war einige Zeit mein Kompanieoffizier und ich habe ihn als feinsinnigen, edlen Mann schätzen und achten gelernt. Die Leute der Kompanie hängen jetzt noch in ehrlicher Liebe an ihm. Er war ihnen nicht bloß ein wohlwollender Vorgesetzter, sondern wie uns allen ein lieber Kamerad. Er fiel in treuer Pflichterfüllung auf einem freiwilligen Patrouilliengang vor Foucancourt durch den festgestellt wurde, daß dieser Ort vom Gegner stark befestigt und besetzt war. Infolgedessen unterblieb der beabsichtigte Sturm auf F. vorläufig, der uns Tausende gekostet hätte.
gez. Leutnant L. I - R 97

Wer seine Berufstreue, seinen Ernst, seine Lauterkeit kannte, wer mit ihm im naturwissenschaftlichen oder philosophischen Gespräch unvergessliche Stunden verbrachten, wer auf froher Wanderung von seiner stillen Heiterkeit mit fortgerissen wurde, weiß, daß sein Andenken in unseren Herzen nicht verlöschen wird.
Aus dem Philologenblatt


Wir betrauern in dem Gefallenen einen durch reiche Gaben des Geistes und starkem Willen ausgezeichneten Kollegen. In Gedanken werden wir ihn stets hoch in
Ehren halten.

Kollegium der Oberrealschule
Flensburg

Er war einer der Edelsten und der Besten ! Sein Andenken wird allen, die ihn kannten unvergesslich sein.

Professor L. , Darmstadt.





Selbstzeugnis:


[Lebenslauf, eigenhändig:]
"Ich, Martin Arno Hasper, sächsischer und preußischer Staatsangehöriger, evangelischer Konfession, bin am 7. Januar 1887 als Sohn des Kaufmanns Oscar Heinrich Hasper in Leipzig geboren. Meine Schulbildung erhielt ich in Darmstadt, wo ich von Ostern 1893 bis Ostern 1905 die Vorschule und das Realgymnasium bis zur Erlangung des Reifezeugnisses besuchte. Nach Ableistung meiner Militärdienstpflicht bezog ich Ostern 1906 die Universität Leipzig zum Studium der Naturwissenschaften und der Mathematik. Nach Ablauf von 3 Semestern siedelte ich auf die Universität Marburg über. Hier wurde ich am 25. Mai 1911 auf Grund einer Dissertation "Zur Entwicklung der Geschlechtsorgane von Chironomus" zum Dr. phil. promoviert. Hier bestand ich auch am 19. und 20. Mai 1911 die Prüfung für das Lehramt an höheren Schulen. Die Zeit bis zum Antritt des Seminarjahres verbrachte ich zum Zweck wissenschaftlicher Studien an der Biologischen Anstalt in Plymouth. Das Seminar- und Probejahr leistete ich von Michaelis 1911 bis Michaelis 1913 am Königlichen Christianum zu Altona ab. Ich besitze die Anstellungsfähigkeit vom 1. Oktober 1913, die Anciennität vom 1. Oktober 1912. Im August 1912 war ich vertretungsweise am Realgymnasium zu Elmshorn beschäftigt. Seit Herbst 1912 bin ich am Lyceum H. Ewald zu Altona tätig. Seit 1. Oktober 1913 vertrete ich einen erkrankten Oberlehrer an der städtischen Oberrealschule zu Altona. Ich gehöre dem Reserveoffizierkorps des 1. Oberrheinischen Infanterie-Regiments Nr. 97 in Saarburg i.L. an." Ostern 1914 erhielt Herr Dr. Martin Hasper eine Anstellung als wissenschaftlicher Hilfslehrer an der Oberrealschule zu Flensburg. Sofort nach Beginn des Krieges eilte er begeistert zu den Fahnen. Am 20. August wurde er in der Lothringer Schlacht bei Dommersheim durchs Bein geschossen. Schon nach fünf Wochen kehrte er an die Front zurück, erwarb sich durch seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz und fast 14 Tage später, am 28.Oktober 1914 den Heldentod auf einem freiwilligen Patrouillengang bei Foucancourt in Nordfrankreich.